Denkmalschutzmedaille für das Schießl- Haus in Kollnburg

Der Freistaat Bayern vergab in diesem Jahr 26 Denkmalschutzmedaillen an Persönlichkeiten und Institutionen im ganzen Freistaat, die sich in herausragender Weise für die Denkmalpflege engagiert haben.

Einer der Preisträger ist Thomas Niggl aus Feldafing am Starnberger See, der das heruntergekommene Schießl- Haus in Kollnburg fachgerecht sanieren ließ. Thomas Niggl wurde ausgezeichnet für die Instandsetzung des ehemaligen Handwerkers und Waldlerhauses und dessen Revitalisierung zum „Kleinen Haus der Kunst“. Das kleine Waldlerhaus mit Backofen, Ställchen und Stadl war einst gerade groß genug, um den Eigenbedarf der Familie des Webers Georg Schießl zu decken. Mehr als 200 Jahre blieb das Gebäude in ihrem Besitz. Nachdem seine letzte Bewohnerin 1991 gestorben war, stand es leer. Dass es heute mit Leben erfüllt ist, liegt an Thomas Niggl. Der Künstler nahm sich 2011 des verfallenen Baudenkmals an und sanierte es von Grund auf. Sein Ziel war es, die originalen Bauteile zu erhalten: die Rußkuchl mit dem besteigbaren Kamin genauso wie die Böden, Türen und Fenster sowie die Bretter-, Leisten- und Bohlendecken aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Selbst die alten Dachziegel decken gereinigt wieder das Haus. Entstanden ist das Gebäude 1766 als Blockbau. Nur der an einen Felshang gemauerte Stall und der Keller sind aus Naturstein. Thomas Niggl und sein Architekt ließen die gemauerten Bereiche nacharbeiten, die Kaminanlage reparieren und die Blockbauwände ausbessern. Die historischen Wandmalereien sind nun gesäubert und komplettiert, ebenso die Lärchenholzschindeln der Fassade. Der Giebel erhielt seine ursprüngliche Form zurück. Thomas Niggl richtete die Räume als Wohnbereiche mit Atelier und Galerie ein. Das einstige Handwerkerhäuschen wurde so zum „Kleinen Haus der Kunst“, in dem jungen Künstler für drei bis sechs Monate kostenfrei wohnen und arbeiten dürfen. Projektbeteiligt waren das Architekturbüro Günter Naumann aus Regensburg, Kreisbaumeister Christian Hagenauer vom Landratsamt Regen sowie das Landesamt für Denkmalpflege mit Dr. Florian Koch und Stephanie Eiserbeck.